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IES – Integrales Egalisier-System

Platz sparende Egalisiertechnik ermöglicht automatische Kartonverpackung bei Fix-Gewicht-Kartons



Prototyp einer IES-Anlage: Pneumatik Einheiten zum Entnehmen und Rückführen von Produkten

Anfang des Jahres 2004 meldete LIEBEL Wäge- und Sortiertechnik ein Patent für eine neuartige Egalisiertechnik an. Mit Hilfe dieser Platz sparenden Egalisiertechnik ist es möglich, egalisierte Produkte für einen Fix-Gewicht-Karton in fortlaufender Reihe an eine Verpackungsmaschine weiterzuleiten. Dies ist Vorraussetzung für eine automatische Kartonverpackung. Eine erste Testanlage wurde Mitte 2004 an den ersten Kunden ausgeliefert. LIEBEL arbeitet intensiv weiter an einer Leistungssteigerung dieses Systems mit der Zielsetzung, die Leistung auf ein Niveau von 120-140 Produkte je Minute zu steigern. Auf diesem Niveau liegt zurzeit das Limit für entsprechende Preisetikettiermaschinen, welche dieser Anlage vorgeschaltet sind.


Klassische Egalisiersysteme

Unter dem Begriff „Egalisiersystem“ versteht man bis jetzt eine Sortieranlage, die verschiedene, ungleichgewichtige Produkte so auf mehrere Kanäle verteilt, daß in den einzelnen Kanälen gleiche Summengewichte entstehen. Diese Produkte sind in der Regel folienverpackt und werden über einen automatischen Preisauszeichner geführt. Das Egalisiersystem schließt an den Preisauszeichner an.


Eine klassische UES-Anlage unseres Fabrikates wird üblicherweise direkt an den vorangestellten Preisauszeichner per Daten-Link angeschlossen und benötigt daher im Gegensatz zu Wettbewerbsanlagen kein eigenes Wägesystem. Die Produktgewichte werden vom Preisauszeichner übermittelt und in der UES-Anlage ausgewertet. Die Zuteilung in einen bestimmten Kanal erfolgt sofort. Dabei wird mit Kanal 1 begonnen; dieser wird bis zu einem rechenkritischen Wert aufgefüllt. Danach werden die Produkte nur dann weiter in den Kanal 1 zusortiert, wenn sie die Kriterien für vorberechnete Gewichtszonen erfüllen, die das System zur korrekten Annäherung an das Zielgewicht gebildet hat. Andernfalls werden sie den nachfolgenden Kanälen zugeordnet; hierbei wird in gleicher Weise vorgegangen. Ist in einem Kanal die Zielcharge fertiggestellt, so signalisiert das System dies durch eine Signal-leuchte. Hat der Bediener den Kanal vollständig entleert, so quittiert er dies durch Drücken der Signalleuchte; das System wird erst dann diesen Kanal wieder für die weitere Egalisierung benutzen. Ein UES-System besteht aus einem Übernahmeband (Anschluß an vorangestellten Preisauszeichner) und einem angeschlossenen Sortierteil mit 4, 6, 8 oder 12 Kanälen in Form eines Förderbandes mit Auswerfern. Zum Auffangen der Ware dienen Produktbehälter. Darunter ist ein Stelltisch vorgesehen, der die zu befüllenden Behälter (meist Kartons) aufnimmt. Der Stelltisch kann optional mit einem Karton-Abtransportband gekoppelt werden. Es ist davon auszugehen, daß alle anderen am Markt befindlichen Egalisiersysteme mehr oder weniger gleich aufgebaut sind und wie beschrieben funktionieren, wobei der rechnerische Algorithmus des Egalisierens durchaus unterschiedlich sein kann.

IES – Integrales Egalisier-System / Konzeptbeschreibung
Der Unterschied des IES im Vergleich zu herkömmlichen Egalisiersystemen besteht in der Hauptsache aus folgenden Eigenschaften:

  • Abgabe der Produkte in längsgerichteter Förderlage, gemäß Vorbedingung
  • Abgabe der Produkte in Form eines gesamten gleichgewichtigen Kartoninhalts als zusammengehörige Sequenz
  • Automatisches Entfernen und späteres Wiederzuführen gewichtsmäßig unbrauchbarer Produkte innerhalb einer Charge aus dem Warenstrom
  • Neuer Egalisier-Algorithmus, der die klassische Annäherungsberechnung mit der arithmetischen Kombinatorik der Restmenge verbindet
  • Extrem kompakte Abmessungen

Zur Realisierung der Anlage wurde sowohl eine neue Förder- und Auswurfmechanik konzipiert als auch eine komplett neue Software entwickelt.